Schwangerschaftsabbruch: Alle Infos, die du brauchst!

Du bist schwanger und willst oder kannst das Kind nicht kriegen. Jetzt willst du einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen. hier steht was du dafür machen musst!!!

Deutschland kann jede Frau bis zum Ende der 12. Schwangerschaftswoche ohne Angabe von Gründen einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen.

Die Voraussetzung: Sie muss sich vorher beraten lassen. Diese Beratung ist nach § 218b StGB (Strafgesetzbuch) gesetzlich vorgeschrieben.

Schwangerschaftsabbruch: Alle Infos, die du brauchst!

Wer einen Schwangerschaftsabbruch machen lassen darf!


Der Schwangerschaftsabbruch ist in Deutschland im § 218 StGB (Strafgesetzbuch) geregelt. Danach darf jede schwangere Frau - egal wie alt sie ist - einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen. Voraussetzung: Sie muss sich an die gesetzlichen Vorschriften halten.

Wenn du noch minderjährig (unter 18) bist!
Grundsätzlich liegt die Entscheidung über einen Abbruch immer bei dem Mädchen oder der Frau.

Unter 14 Jahren: Die Eltern müssen immer über die Schwangerschaft der Tochter informiert werden und dem Abbruch zustimmen.

14 und 15 Jahre: Hier entscheidet in der Regel der Arzt, ob er das betreffende Mädchen für reif genug hält, diese Entscheidung allein treffen zu können. In der Praxis gesteht man den Mädchen dieser Altersgruppe oft diese Reife zu. Wenn nicht, müssen die Eltern vor dem Abbruch informiert werden.

16 und 17 Jahre: Bei Mädchen zwischen 16 und 17 Jahren besteht der Arzt nur in Ausnahmefällen auf der Information und der Zustimmung der Eltern. Z.B. dann, wenn ein Mädchen psychisch unreif wirkt und sich nicht über die Konsequenzen ihrer Entscheidung im Klaren ist. Das kommt allerdings selten vor. Deshalb kann man davon ausgehen, dass ein Mädchen ab 16 in der Regel allein und ohne Wissen der Eltern einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen darf.

Was du brauchst, um einen Abbruch vornehmen zu lassen!



Die ärztliche Bescheinigung, dass du schwanger bist!
Du bekommst sie bei jedem Arzt, wenn er mit einem Test oder bei einer Untersuchung eine Schwangerschaft bei dir festgestellt hat.

Normalerweise übernimmt die Krankenkasse keine Kosten für einen Schwangerschaftsabbruch. Allerdings gibt es Ausnahmen. Zum Beispiel, wenn dein eigenes Einkommen unter 850 Euro liegt.

Bist du bei deinen Eltern mitversichert, hast du einen eigenen Leistungsanspruch. Dann kann der Schwangerschaftsabbruch unter Umständen von der Kasse übernommen werden.

Ob du in deinem Fall die Kosten selbst bezahlen musst oder sie von der Kasse oder einem anderen Träger übernommen werden, erfährst du bei der Pflichtberatung in einer Beratungsstelle.


Wie ein Schwangerschaftsabbruch gemacht wird!

Methoden des Schwangerschaftsabbruchs!
Die meisten Schwangerschaftsabbrüche (fast 80%) werden mit der Absaugmethode durchgeführt. Der Anteil der Abbrüche mit der sog. "Abtreibungspille" Mifegyne liegt bei unter 10 Prozent.

» Absaugen/Ausschabung
Der Muttermund wird unter örtlicher Betäubung oder Vollnarkose vorsichtig gedehnt. Der Arzt schiebt ein dünnes Röhrchen in die Gebärmutter, das mit einer Saugpumpe verbunden ist. Damit saugt er die Gebärmutterschleimhaut, in der sich die befruchtete Eizelle eingenistet hat, ab. In vielen Fällen folgt anschließend noch zusätzlich eine Ausschabung der Gebärmutter (Kürettage), um Gewebereste vollständig zu entfernen.

Der Eingriff dauert nur wenige Minuten. Er kann mit örtlicher Betäubung oder in Vollnarkose durchgeführt werden. Anschließend wird ein Mittel injiziert, das die Gebärmutter wieder zusammenzieht, die Blutung stillt und Infektionen vorbeugt. Die meisten Frauen können nach wenigen Stunden wieder nach Hause gehen.

» Mifegyne (RU 486)
Die sog. Abtreibungspille Mifegyne wird als Alternative zu den chirurgischen Eingriffen betrachtet. Sie bewirkt, dass die in der Gebärmutter eingenistete Eizelle abgestoßen wird. Sie ist bis zum 49. Schwangerschaftstag wirksam. Seit Juli 1999 ist das Mittel auch in Deutschland zugelassen. Es darf nur unter strenger ärztlicher Kontrolle in dafür zugelassenen Kliniken oder Arztpraxen angewendet werden.

Für viele Frauen ist der Abbruch mit der Abtreibungspille viel stressiger und belastender als ein chirurgischer Eingriff, da er viel länger dauert.

» Prostaglandine
Prostaglandine werden eingesetzt, wenn die Schwangerschaft auf Grund von Fehlbildungen des Embryos nach der 12. Schwangerschaftswoche beendet werden soll. Die Hormone lösen eine Fehlgeburt aus, indem sie den Gebärmutterhals erweichen und die Gebärmutter veranlassen, sich zusammenzuziehen. Der Eingriff wird stationär durchgeführt. Er kann ein bis zwei Tage dauern, da Prostaglandine nur sehr langsam wirken.

Nach dem Abbruch: Was du beachten musst!

Schone dich! Die meisten Ärzte schreiben dich nach einem Schwangerschaftsabbruch für zwei bis drei Tage krank, damit du dich erholen kannst und es zu keinen Komplikationen kommt.

Auf Sex solltest du einige Tage lang verzichten!

Wichtig: Nach dem Abbruch kannst du bald wieder schwanger werden. Deshalb musst du dich unbedingt um eine sichere Verhütung kümmern. Am besten sprichst du so schnell wie möglich mit deinem Arzt darüber, welche Verhütungsmethode jetzt für dich in Frage kommt.